Woran unterscheiden sich LWL-Stecker grundsätzlich?

Ein LWL-Stecker hat drei prägende Merkmale. Erstens die Ferrule, also die präzise Hülse, die die Faser führt: Ihr Durchmesser (1,25 / 2,5 / 3,175 mm) und ihr Werkstoff (Keramik oder Metall) bestimmen Präzision, Wärmeverhalten und Einsatzbereich. Zweitens das Kupplungsprinzip: Gewinde hält vibrationsfest, Push-Pull und Rastnase stecken schneller. Drittens der Endflächenschliff: plan, ballig (PC) oder um 8° schräg (APC), was über Einfüge- und Rückflussdämpfung entscheidet.

International beschreibt die Normenreihe IEC 61754 die Steckgesichter; ergänzend regeln IEC 61755 die optischen Schnittstellen und IEC 61300 die Prüfverfahren.

FSMA 905: der robuste Klassiker für Laser und Großkernfasern

Ein FSMA-Stecker (auch F-SMA, nach IEC 61754-22) ist ein Schraubsteckverbinder mit 3,175-mm-Ferrule, entwickelt Ende der 1970er Jahre aus dem koaxialen SMA-Steckverbinder der Hochfrequenztechnik. Die Endfläche ist plan geschliffen, die Faserenden berühren sich nicht. Das kostet etwas Dämpfung, macht die Bauform aber außerordentlich robust und offen für große Kerndurchmesser.

Genau deshalb ist der FSMA 905 bis heute Standard in der Spektroskopie, in der Medizintechnik und in der Laserstrahlführung bis in den kW-Bereich. FEMOtech fertigt ihn mit Ferrulen aus Arcap, Kupfer oder Edelstahl und Bohrungen von 100 bis 1200 µm: zum FSMA-905-Programm.

FC: Schraubkupplung für Messtechnik und PM-Anwendungen

Der FC-Stecker (Ferrule Connector, IEC 61754-13) war der erste Steckverbinder mit Keramikferrule (2,5 mm) und dominierte lange die Singlemode-Welt. Sein Metallgehäuse mit Überwurfmutter hält zug- und vibrationsfest, die Führungsnase (Key) sichert die Winkellage: entscheidend bei APC-Schliff und bei polarisationserhaltenden Fasern. Für PM-Anwendungen fertigt FEMOtech den FCPC-Stecker mit definierter Verdrehsicherung (Narrow/Wide Key).

SC und LC: die Telekom- und Rechenzentrums-Standards

Der SC (IEC 61754-4) steckt per Push-Pull und ist mit 2,5-mm-Keramikferrule der verbreitete Anschlussstecker im FTTH-Umfeld. Der LC (IEC 61754-20) halbiert den Ferrulendurchmesser auf 1,25 mm und rastet wie ein RJ45-Stecker ein; seine Packungsdichte machte ihn zum Standard in Rechenzentren und Transceivern. Auf diesen beiden Bauformen basiert das FEMOtech-Stecksystem ELC/ESC, das ohne Spleißen eingeblasen oder eingezogen wird.

DIN 47256: der deutsche Nischenstecker

Der DIN-Stecker (auch LSA-Stecker) nach DIN 47256 nutzt eine schlanke Schraubkupplung mit federnd gelagerter 2,5-mm-Ferrule. Historisch stammt er aus der deutschen Telekommunikation; heute lebt er in Messtechnik, Sensorik und Bestandssystemen weiter. FEMOtech fertigt ihn gefedert oder ungefedert, mit Metall- oder Keramikferrule.

Vergleichstabelle: die wichtigsten Steckertypen

Vergleich der LWL-Steckertypen
TypNorm (Steckgesicht)FerruleKupplungTypischer Einsatz
FSMA 905IEC 61754-223,175 mm, MetallGewindeLaser, Medizin, Spektroskopie, Großkern-Multimode
FC/PC · FC/APCIEC 61754-132,5 mm, KeramikGewindeMesstechnik, Sensorik, Singlemode, PM-Faser
SCIEC 61754-42,5 mm, KeramikPush-PullFTTH, Telekom, CATV
LCIEC 61754-201,25 mm, KeramikRastnaseRechenzentren, Transceiver, hohe Packungsdichte
STIEC 61754-22,5 mm, KeramikBajonettÄltere LAN-/Industrieverkabelung
DIN/LSADIN 472562,5 mm, Keramik/MetallGewinde, schlankBestandsnetze, Messtechnik

Quellen: IEC-61754-Normenreihe, Hersteller-Datenblätter; redaktionell geprüft.

Welcher Typ für welche Aufgabe?

Als Faustregel: Großkernfaser, hohe Leistung oder raue Umgebung sprechen für FSMA 905 mit Metallferrule; Präzisions-Messtechnik und PM-Fasern für FC bzw. FCPC; Netzausbau und Gebäudeverkabelung für SC und LC; Bestandssysteme behalten ihren DIN. Und wo keiner der Standards passt, beginnt die Sonderanfertigung: individuelle Bohrung, angepasste Werkstoffe, Leistungen bis 3 kW.